Montag, 9. Oktober 2006

Sommer auf Rügen (Epilog)

Sechs Tage nachdem Regina Zölis der Kommissarin Krüger alles erzählt hatte, was sie über Christoph Sander, Constantin Steiner, Carl Sturm und die Reinkarnation wusste, wurde Sturm in Warschau verhaftet. In den Monaten bis zum Prozessbeginn wurde die Buddha-Theorie von der Boulevardpresse rund um den Globus ebenso heiß diskutiert, wie in biologischen Fachzeitschriften. Leider konnte die Reinkarnation weder widerlegt, noch nachgewiesen werden, da in der Kopie des Manuskripts des angeblichen Erfinders die entscheidenden Seiten fehlten. Regina hatte diese entfernt, bevor sie Marietta Krüger in ihr Zimmer gebeten hatte. Auch das Original tauchte in keinem der Wohnsitze Carl Sturms auf.
Die Nadelstiche in ihrem und Tanja Winters Arm hatte Regina der Polizei ebenfalls verschwiegen. Was hätten Polizei und Medizin auch tun können? Bestenfalls wären Blondchen und sie als Monster durch die Hörsäle der Universitäten gereicht worden.

Wegen schwerer Körperverletzung an Regina Zölis und Mordes im Fall Sander wurde der zwanzigjährige Sturm insgesamt zu achtzehn Jahren Haft verurteilt. Sein Anwalt hatte ihm zwar geraten, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren, doch dies lehnte der Angeklagte vehement ab. Er bestand beharrlich auf der Reinkarnationstheorie, bis er drei Jahre nach Strafantritt im Gefängnis unter misteriösen Umständen an schweren inneren Verletzungen des Darmes verstarb.

Im Rahmen des ganzen Rummels um die Buddha-Theorie wurde leider auch das sorgfältig gehütete Lebensgeheimnis der Kronzeugin Zölis ins grelle Licht der Weltpresse gezerrt. Zwar sorgte die Staatsanwaltschaft dafür, dass das Strafmaß bei ihrer eigenen Verurteilung wegen Steuerhinterziehung und unerlaubter Prostitution so gering wie möglich ausfiel. Doch Reginas Erspartes war dahin und ihre lukrative Tätigkeit musste sie danach ebenfalls an den Nagel hängen.


Nicht ganz zwei Jahrzehnte nach diesen Ereignissen spazierte Regina Zölis durch den Wiesbadener Stadtpark. Es war kein Zufall, dass sie ausgerechnet diesen Kiesweg entlang ging und schnurstracks auf eine graubraune Holzbank zusteuerte, auf deren Lehne zwei junge Mädchen um die zwanzig saßen. Die eine, dunkelhaarig und unscheinbar, sah Regina verständnislos aus flackernden Augen an, als sie vor den beiden Halt machte. Ihre blonde, hübsche Freundin jedoch blickte die ältere Frau nur einen Sekundenbruchteil an, bevor sich das Wiedererkennen mir einem Lächeln auf ihrem Gesicht abzeichnete.

Du bist also Regina Zölis, sagte das Mädchen bestimmt. Ich heiße eigentlich Tanja Winter, aber das weißt du ja schon. Nur nennen sie mich hier nicht mehr ›Blondchen‹, sondern ›Schickse‹.
Das Mädchen Schickse erhob sich von der Parkbank und machte einen Schritt auf Regina zu. Sie zögerte zunächst, griff dann aber doch nach der Hand der Älteren, die im Laufe der vergangenen Jahre zu einem Großteil ihres eigenen Ichs geworden war.

Ich hab eine ganze Menge Fragen, setzte Tanja an. Aber zu allererst würde ich gerne wissen, ob du es aus heutiger Sicht immer noch so klasse fändest wie damals, mit Männern für Geld ins Bett zu gehen.

Der Dunkelhaarigen auf der Parkbank klappte der Unterkiefer herunter, und Regina Zölis musste unwillkürlich lächeln. So fühlte sich das also an.

Freitag, 6. Oktober 2006

Sommer auf Rügen (8)

Mit zitternden Händen streifte sich Regina Zölis in einer Toilettenkabine des Restaurants den Pullover über den Kopf. Sie hielt ihre linke Armbeuge in das Licht der Neonröhre an der Decke. Als sie zwischen all den blauen Flecken und der verbrannten Haut genau an der gleichen Stelle wie bei Blondchen den Einstich einer Nadel entdeckte, versagten ihr die Beine den Dienst. Die junge Frau sank auf den Deckel des Toilettensitzes und spürte Panik aus der Brust hinauf in ihren Kopf steigen.

Als sie die Toilette verließ, hatte Regina einen Entschluss gefasst.


Marietta Krüger hatte sich erneut im Hotelfoyer hinter der letzten Ausgabe der Brigitte verschanzt. Die Kriminalbeamtin hatte es sich in den Kopf gesetzt, hinter die Fassade der Zölis zu blicken. Zum einen war es ihre berufliche Pflicht, dem einzigen Aufhänger im Mordfall an Christoph Sander nachzugehen, den sie im Moment hatten. Zum anderen stachelten sie Eifersucht und Neid an. Diese Frau, die genau so alt wie Marietta war, bekam ohne Anstrengung alles, was sie selbst auch gerne gehabt hätte.

Ein Räuspern ließ die Polizeibeamtin aus ihren Gedanken hochschrecken. Vor ihr stand Regina Zölis und sah ihr aus tief blutunterlaufenen Augen ins Gesicht: Kommen Sie bitte mit auf mein Zimmer, Frau Krüger. So heißen Sie doch? Ich muss Ihnen etwas zeigen.

Mittwoch, 4. Oktober 2006

Sommer auf Rügen (7)

Als sie aus dem Schlaf schreckte und die Augen aufriss, spürte sie rhythmische Hammerschläge gegen ihren Kopf wummern. Grelles Licht stach ihr in die Netzhaut und zwang die Augenlider wieder nach unten. In ihrem Mund klebte eine überdimensionale, pelzüberzogene Zunge am Gaumen, ihr ganzer Körper fühlte sich an, als sei sie als Gladiatorin in der Löwengrube aufgetreten. Gequält stöhnte sie auf, als sie den Oberkörper aufrichtete und das Hämmern in ihrem Kopf noch lauter und schmerzhafter wurde. Sie musste husten und aus dem Mundwinkel rann ihr eine scharfe Flüssigkeit, die nach Sperma schmeckte.
Das macht überhaupt nichts, sagte Regina zu sich selbst, während sie sich erhob, das kann jedem mal passieren. [*] Eine gute Portion Sarkasmus, so fand sie, half einem, mit fast allem klar zu kommen.

Gut zwei Stunden später hatte Regina Zölis so etwas wie eine Bestandsaufnahme zu Wege gebracht. Das Hotelbett hatte sich in ein Schlachtfeld verwandelt. Laken und Bezüge waren blutverschmiert und teilweise zerrissen. Aus einem Riss in der Matratze quoll Latexschaum. Überall um das Bett herum, auf Simsen, Tischchen Stühlen und auf dem Teppich waren Kerzenstummel und Wachslachen verteilt, es roch wie in einem Zoogehege.

Ihr Körper war ebenso verwüstet worden wie das Zimmer. Alle Glieder waren mit blauen Flecken übersäht, die Hand- und Fußgelenke angeschwollen, wo sie offenbar an die Bettpfosten gefesselt worden war. An Brüsten, Bauch, Oberschenkeln und Gesäß hatte Regina Schnittwunden davon getragen, nicht tief, eher wie symmetrische Ornamente, die brannten wie Höllenfeuer. An ein paar Stellen ihres Körpers fand sie Brandmale, die zweifellos durch das Ausdrücken brennender Zigaretten entstanden waren. All ihre Körperöffnungen waren missbraucht worden, Sperma und Kerzenwachstropfen über ihren ganzen Körper verteilt. Lediglich Kopf, Hals und ihr Dekolletee waren vollkommen unversehrt, sah man einmal von einer versengten Haarsträhne ab.

Nachdem sich die junge Frau gesäubert und verarztet hatte und sich daran machen wollte, das Zimmer zumindest notdürftig aufzuräumen, fand sie auf dem Sekretär einen Stapel Papier. Es waren Fotokopien ursprünglich handgeschriebener Seiten. Auf dem Deckblatt stand in einer Schrift, die Regina von Verrechnungsschecks kannte: In zehn Schritten zur eingeleiteten Wiedergeburt, von C. Steiner


Regina Zölis setzte sich und begann zu lesen. Natürlich verstand sie nicht einmal die Hälfte der wissenschafftlichen Abhandlung, auch wenn sie auf deutsch verfasst war. Aber eines war sogar ihr unmissverständlich klar: Constantin Steiner reklamierte für sich, ein Verfahren erfunden zu haben, mittels dessen man das eigene Bewusstsein mittels einer präparierten Blutinjektion an andere Personen weitergeben konnte. Dies habe der alte Steiner --so der Text-- im Selbstversuch nachgewiesen.
Auf der Rückseite des Deckblattes waren in einer anderen Handschrift mit Bleistift untereinander drei Namen vermerkt: C. Steiner, C. Sander, C. Sturm …

Wenn sich nicht entweder Regina oder dieser Sturm auf dem besten Wege befanden, dem Irrsinn zu verfallen, dann trug ihr jugendlicher Folterknecht tatsächlich einen Teil der Leben von Constantin Steiner und Christoph Sander in sich. Ein Schaudern durchzog den geschundenen Körper der jungen Frau. Einerseits, mit dem vernunftgesteuerten, alltagstauglichen Teil ihres Gehirns verwies sie diese unglaubwürdige Geschichte ins Reich des schizophrenen Wahnsinns; aber andererseits sagte ihr die Intuition, dass das alles angesichts des Erlebten durchaus wahr sein konnte.


Mitterweile war es fünf Uhr nachmittags: Regina beschloss, erst einmal etwas Leichtes essen zu gehen, um ihren flauen Magen zu besänftigen. Was in dieser verworrenen Angelegenheit zu tun sei, musste wohl überlegt werden. Sie zog Jeans und einen langärmeligen Pullover an, setzte ihre Sonnenbrille auf, um ihre blutunterlaufenen Augen zu verdecken, und ging nach unten in den Speisesaal.

Sie war früh dran für das Abendessen im Hotel und saß alleine vor der Speisekarte, als Blondchen, die kleine Tanja Winter, hereingelaufen kam und sich neben Regina Zölis setzte.
Guck mal!, Tanja sprach in dem wichtigtuerischen, von Selbstmitleid getragenen Tonfall kleiner Kinder, für die das eigene Unglück stets das Weltwichtigste war. Mich hat heut Nacht ein Tier gestochen! Das Mädchen streckte Regina ihr Ärmchen entgegen und zupfte ein buntes Kinderpflaster aus der Ellenbeuge. Genau dort wo dünne blaue Äderchen durch die helle Haut schimmerten, war ein dunkelroter Punkt zu sehen, der von einem bläulich-violetten Hof umgeben war.

Sonntag, 1. Oktober 2006

Sommer auf Rügen (6)

Natürlich war es vollkommen verrückt, auf das Angebot dieses Jungen einzugehen. Vernünftig wäre es gewesen, Carl Sturm in der Bar seinen Briefumschlag zurückzugeben und sich auf niemals Wiedersehen zu verabschieden. Aber Regina Zölis war schlichtweg zu neugierig. Sie wollte herausfinden, was es auf sich hatte mit den Beziehungen zwischen dem alten Steiner, dem ermordeten Sander und diesem so bestimmt auftretenden Sturm.

Also verstaute Fräulein Zölis den Liebeslohn im Zimmersafe, zwängte sich in das enge, zu kurze schwarze Kleidchen, an dessen Saum die Enden der Strumpfhalter hervorlugten, stieg in die hochhackigen Schuhe und legte ihre Kriegsbemalung auf. Am Tresen der Hotelbar wurde sie von Carl Sturm bereits mit einem Glas Champagner empfangen. Die Augen des jungen Mannes glänzten, als sie auf ihn zustöckelte. Auch ihr eigener Atem ging rascher: Einen so jungen Kunden hatte sie noch nie bedient.

Doch Sturm schien es gar nicht eilig zu haben, ins Bett zu kommen. Trotz seines unverhohlenen Interesses an Reginas Äußerem wirkte er erstaunlich beherrscht. Zunächst zeigte er sich beeindruckt von der Pianistin, die als Hintergrundmusik in der Bar Songs von George Gershwin zum Besten gab. Carl Sturm bedachte jedes der Stücke mit ausgiebigem Applaus und kommentierte die Interpretation der Musikerin, die ihn an die junge Masha Dimitrieva erinnere. Wer auch immer diese Masha sein mochte, dachte Regina Zölis, der Kerl ist doch viel zu jung für solche Beurteilungen. Was stimmt nicht mit ihm?
Nach dem Begrüßungsglas schenkte Sturm noch einmal nach und begann nun an Regina gewandt leise zu sprechen, so dass sie sich anstrengen musste, ihn zu verstehen: Constantin Steiner ist ein brillanter Kopf. Er hat genau gewusst, was er tat, als er seine Entdeckung für sich selbst nutzte, statt sie in der Öffentlichkeit kaputt reden zu lassen, in der vagen Hoffnung, eines Tages Ruhm und Ehre zu ernten. Nur einen Fehler hat er begangen. Er hat zu wenige seiner Überzeugungen an seinen Erben weitergegeben. Das wäre beinahe schief gegangen. Aber zum Glück hat er es mit meiner Hilfe geschafft, die Angelegenheit noch in letzter Minute gerade zu biegen. Jetzt ist er am Ziel seiner Wünsche angelangt.
Regina Zölis wunderte sich ein wenig, dass Sturm von Steiner in der Gegenwartsform sprach. Er wusste doch, dass der alte Mann tot war. Aber sie schaffte es nicht, nachzufragen. Ihr Mund war trocken, als hätte sie den ganzen Tag nichts getrunken. Mit einem Zug leerte sie ihr zweites Glas, doch statt die erhoffte Erleichterung zu spüren, begann sich die Bar vor ihren Augen zu drehen.

Wie durch einen zähen, watteartigen Nebel watete sie durch das Foyer, den Arm über die Schulter Carl Sturms gelegt. Er führte sie in den Aufzug und oben in ihr Zimmer, wo er Regina sanft auf das Bett legte. Ihre Augenlider waren schwer wie Blei und sie konnte nicht sehen, warum es ihr nicht gelang, sich auf die Seite zu drehen und die Knie nach oben an den Bauch zu ziehen, um zu schlafen. Sie lag blind, mit schwindendem Bewusstsein rücklings auf dem Bett, Arme und Beine wie auf ein Andreaskreuz genagelt von sich gestreckt. In einer letzten Woge der Anstrengung spannte Regina Zölis ihren Körper, als ihr enges Kleid von der Brust bis zum Becken aufzuplatzen schien und kühle Luft über ihren glühenden Körper strich. Danach verlor sie das Bewusstsein.


In der Hotellobby saß Marietta Krüger versunken in einem tiefen Ledersofa. Als dieser junge, gut aussehende Kerl die sturzbesoffene Frau Zölis an ihr vorbeigeschleift hatte, senkte die Polizistin die Zeitschrift, in der sie geblättert hatte, und sah den beiden nach. Sie hatte die Zölis anders eingeschätzt, viel beherrschter. Und doch ließ sich diese Frau einfach zulaufen und abschleppen. Vielleicht aber vertrug sie einfach keinen Alkohol? In jedem Fall war es sinnlos, weiter hier herumzusitzen und auf eine Gelegenheit zu warten, die Zeugin, die sie jetzt fast zwei Stunden lang beobachtet hatte, unter vier Augen zu sprechen. Kommissarin Krüger legte die Zeitschrift zur Seite und verließ das Hotel. Bevor sie in den Wagen stieg, sah sie noch einmal hinauf zum Fenster der Zölis. In diesem Moment wurde dort oben das Licht gelöscht, und ein paar Sekunden lang war das Flackern von Kerzenlicht hinter der Fensterscheibe zu sehen, bevor die Vorhänge zugezogen wurden.
Marietta seufzte. Sie selbst hätte sich gewiss nicht derartig besoffen, wäre sie in Begleitung des jungen Mannes gewesen. Andererseits war sie sich der traurigen Tatsache bewusst, dass sie im Kleid der Zölis und mit derart gewagtem Make-Up einfach nur lächerlich ausgesehen hätte.

In dem Moment als die Polizeibeamtin erneut seufzte und den Motor anließ, schlitzte Carl Sturm oben im Zimmer mit einem einzigen Skalpellschnitt das Kleid von Regina Zölis von oben bis unten auf. Er ärgerte sich, als an zwei Stellen zwischen den Brüsten und unterhalb des Nabels ein paar Blutstropfen aus der hellen Haut der Hure sprangen. Er musste behutsamer zu Werk gehen.

Donnerstag, 28. September 2006

Sommer auf Rügen (5)

Vollkommen perplex saß Regina Zölis im Strandkorb. Der junge Mann, der sie im Hotel als Kellner verkleidet auf Constantin Steiner angesprochen hatte, stand ein paar Meter entfernt mit dem Rücken zu ihr im feuchten Sand an der Wasserlinie. Im Mondlicht sah sie die Rauchwolke seiner Zigarette. Regina fröstelte, nicht wegen der Temperatur, sondern wegen der unglaublichen Dinge, die der Kerl ihr aufgetischt hatte, bevor er sie im Strandkorb alleine zurückließ.

Sie hatten sich auf das Treffen in der nächtlichen Abgeschiedenheit des Meeresstrandes geeinigt, nachdem er ihr bedeutet hatte, dass sein Anliegen sicher einige Zeit in Anspruch nehmen würde und besser unter vier Augen besprochen werden solle. Angst hatte Regina Zölis vor der Verabredung nicht gehabt. Sie konnte auf sich aufpassen. Jetzt aber kroch ihr die Furcht doch mit eiskalten Fingern den Rücken hinauf.

Der junge Mann hatte sich als Carl Sturm vorgestellt und ihr innerhalb einer knappen Stunde klar gemacht, dass er nicht nur ihren verstorbenen Kunden, Constantin Steiner, besser kannte als sie selbst, sondern auch über Reginas Beziehung zu Steiner, sowie über ihr gesamtes professionelles Leben Bescheid wusste, als zählte er selbst seit Jahren zu ihren Stammkunden.
Gerade als die junge Frau zu der Ansicht gelangt war, dieser Sturm müsse Polizist sein, vielleicht von der Sitte oder den Finanzbehörden, hatte er plötzlich das Thema gewechselt: Constantin Steiner hat dich immer als seine Himmelskönigin bezeichnet. Mit Respekt hat er dich behandelt, nie als die Hure, die du in Wirklichkeit bist. Insgeheim aber hat er immer davon geträumt, dich zu ficken. Und deshalb bin ich jetzt hier.

Woher wissen Sie das alles? Wer sind sie?, stammelte Regina verunsichert. Dieser Carl Sturm bereitete ihr Unbehagen. Trotz seiner offensichtlichen Jugend, er konnte nicht viel älter als achtzehn oder neunzehn sein, verfügte er über die Erfahrung und das Auftreten eines erwachsenen Mannes, die sie einschüchterten wie ein kleines Mädchen.
Sagen wir einmal: In meinen Adern fließt indirekt das Blut Constantin Steiners, antwortete Carl Sturm. Ich bin so etwas Ähnliches wie Constantins Testamentsvollstrecker. In der Schublade deines Nachttischchens im Hotel liegt ein Kuvert mit eintausend Euro in bar. Das sollte selbst bei deinen Tarifen ausreichend für eine Nacht sein. Ich erwarte dich morgen Abend um sieben an der Hotelbar. Das kleine Schwarze, Strümpfe und deine High-Heels reichen völlig aus.
Mit diesen Worten war der junge Mann aufgestanden und auf das Meer zugegangen. Jetzt warf er den Zigarettenstummel in die Brandung und marschierte am Strand entlang davon, ohne noch einmal zu Regina zurückzublicken.


Langsam, mit zögernden Schritten ging die junge Frau zurück zum Hotel. Indirekt das Blut Steiners?, rätselte sie. Vielleicht war er ein Enkel des alten Mannes? Aber welcher Enkel weiß schon im letzten pikanten Detail, welches Verhältnis der Großvater zu einer Prostituierten hatte?
Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Sturm und Steiner konnte man vielleicht wirklich konstatieren. Aber andererseits hatte dieses Mordopfer, Sander hieß er wohl, eine viel deutlichere Ähnlichkeit mit Constantin Steiner gehabt. Konnte das möglich sein? Großvater, Vater, Sohn? Steiner, Sander, Sturm? Alle drei hatten Vornamen, die mit dem Buchstaben C begannen? Waren das womöglich angenommene Decknamen? Aber wozu? Wurde sie einfach langsam verrückt und merkte es nicht?

In ihrem Zimmer öffnete Regina Zölis die Nachttischschublade. Darin lag ein Hotelkuvert, in dem zwei Fünfhunderter steckten.

Warum?

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Exzenter - 14. Okt, 22:24
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Frau Schickse. Mir ist auch ein paarmal der Unterkiefer...
Exzenter - 9. Okt, 23:56

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