Männersachen

Mittwoch, 5. Juli 2006

Forza Azzurri

Nein, echt nicht, sagt Herr B., nicht ins Bella Italia, nicht nach gestern.
Und wieso nicht?, frage ich. Sind deine Geschmacksknospen wegen zwei Minuten Fußball plötzlich verstopft?
Ach, du verstehst nichts vom Fußball. Das ist nicht eine Frage des Geschmacks, sondern der Ehre. Man frisst nicht aus der Hand die einen schlägt!
Ach, nein?, will ich wissen. Wieso haben unsere Großeltern nach '45 Carepakete angenommen und unsere Eltern das Kaugummikauen gelernt? Das ist keine Frage der Ehre, sondern des Hungers. Und ich habe Hunger!

Doch Herr B. bleibt renitent: Wenn du Hunger hast, lass uns zum Thai gehen. Spricht nichts dagegen.
Na gut, lenke ich ein. Zum Schein, denn ich füge nach kurzer Pause hinzu: Wir gehen zum Thai, wenn du morgen deinen Alpha Spider verkaufst.
B. wird blass. Daran hat er nicht gedacht. Sein motorisiertes Prachtstück, sein Stolz. Fatto in Italia. Mist!

Noch bevor sich B. von meinem ersten Tiefschlag erholen kann, lege ich noch einen Scheit nach: Und deine ganzen italienischen Treter gebe ich morgen in die Kleidersammlung. Es kommen ab sofort nur noch Thaischlappen in dein Schuhregal.
Ganz klein mit Hut ist Herr B. inzwischen. Porca miseria! Er merkt gar nicht, dass ich darauf verzichtet habe, den italienischen Rotwein im Keller zu erwähnen, weil ich den selbst gerne trinke.

Heut Abend gehen wir zum Essen ins Bella Italia. Ich bin gespannt, wie sich Herr B. und der Kellner halten werden. Ich meine, was hat schon so ein blödes 0:2 zu bedeuten?

Nachtrag am 6.7.: Der Kellner war herzallerliebst und beteuerte sein Mitleid angesichts der Befindlichkeit der Kundschaft. Herr B. hingegen zeigte sich wie erwartet von seiner mürrischsten Seite und verzichtete demonstrativ auf das zweite Glas Wein und den Espresso danach. Ich glaube, wir sind keine guten Verlierer.

Dienstag, 4. Juli 2006

Arschgeweih

Der Hüftschwung vor mir zieht meine Blicke magnetisch auf sich. Von hinten altersmäßig nicht leicht einzuordnen, aber angesichts des großzügig zur Schau gestellten, prallen Mädchenfleisches auf Anfang zwanzig geschätzt, stelzt oder stöckelt dieses Geschöpf vor mir dahin. Spaghetti-Top oben, Jeans im aktuellen Schnitt unten, der den Blicken der Verfolgerin die beiden Grübchen oberhalb des wippenden Hinterteils offenbart, dort wo so viele Jungmädchen eine Tätowierung vorzuweisen haben, deren horizontale Ausdehnung etwa zwei- bis viermal breiter ist als die vertikale, und die gerne und zutreffend als Arschgeweih bezeichnet wird.

Die vor mir Stöckelnde trägt jedoch keine Tätowierung am verlängerten Rücken, obwohl doch die Kombination von kurzem Top mit tiefsitzender Hose geradezu danach schreit. Das Arschgeweih ist in ihrem Fall vielmehr auf der Jeanshose zu bewundern, schwarz auf Blau gestickt, ein bisschen tiefer sitzend als sonst auf der Haut üblich.

Wie praktisch, denk ich, kann man auch mal ablegen, das Geweih, wenn es nicht mehr dem Zeitgeschmack entspricht. Und dabei fällt mir wieder ein, was mich die ganze Zeit über an den Herren WM-Fußballgöttern auf dem Rasen gestört hat: Die Tätowierungen.

Einige Nationen treiben es ja bis zum Exzess. Die Engländer beispielsweise. Auf der Insel scheint es derzeit ohne flächendeckende Tattoos mindestens für die Herren keine Popularität zu geben. Aber das gilt nicht nur für die Spieler, sondern auch für deren Gefolgschaft. Kann man ja zu sagen wagen, jetzt wo sie wieder abgerückt sind.

Aber auch bei den Argentiniern ist mir der Tätowierwahn unangenehm aufgefallen. Ganz fürchterlich schrecklich wirkt auf mich der männliche Arm, der mit irgendwelchen unlesbaren aber doch sehr an Text erinnernden, martialischen Zeichenketten bestückt ist.

Widerlich ist das.

Freitag, 30. Juni 2006

Kein Kasperltheater

Stell ich mich, blöd wie ich bin, mitten hinein in die Meute der Public Viewing Area - mit Beginn der WM hat dieser Begriff übergangslos die No Go Area abgelöst -, die Sonne brennt mir auf den Pelz, und ich sehe: nichts.

Klar, ich bin zu kleinwüchsig, um inmitten der tätowierten, oberkörperfreien, muckibudengestählten, Schals und Fahnen schwingenen Echtfans überhaupt etwas mitzubekommen. Aber abgesehen vom nicht gesehenen Spiel habe ich noch nicht einmal das Objekt meiner Begierde zu Gesicht bekommen. Lapidar vermerkt der Kommentator ziemlich am Anfang des Kampfes, dass Maradonna heute nicht den Kasper macht. Er habe laut FIFA das Stadion verlassen, weil sein Bekannter nicht eingelassen worden sei. -- Mist. Mist, Mist, Mist…

Das haben sie jetzt davon, die Argentinier. Maskottchen nicht dabei, ausgeschieden. Weine nicht, Argentinien! (Es reicht, wenn die Schickse weint.)

Warum?

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